| Thema |
Gentest und Kassenleistung |
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Autor
Virginia
Datum
10.02.10 14:29
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Ich bin aktuell in Behandlung wegen Paradontose. Nun soll ein Keimtest gemacht werden- das leuchtet mir ein. Aber es soll auch Gentest gemacht werden, von dem ich nur erfahren habe, da das Labor meine Einwilligung braucht. Nun ist meine Frage wozu der nützlich und gut ist und warum ich auf dem Formular unterschreiben soll, dass er länger als die gesetzlichen Vorgaben von 10 Jahren gespeichert werden soll? Ist es in irgendeiner Weise wichtig für die Behandlung und könnten die genetischen Daten nicht auch missbraucht werden? Zm Beispiel dass best. Leistungen der Krankenkasse später nicht mehr bezahlt werden "da es sich eh nicht lohnt" o.ä.
Die zweite Frage ist: Wo kann man ein objektive Sichtweise bekommen, was notwendig ist und was nicht, da es ja doch einige Kosten nach sich zieht (in meinem Falle 1200.- Euro). Ich möchte dem behandelnden Arzt hier überhaupt nichts unterstellen, dennoch bleibt das Unwohlsein, dass der Berater und Fachmann auch gleichzeitig der Geldempfänger ist und ich überhaupt nicht beurteilen kann, was sinnvoll ist und was nicht.
Und was genau übernimmt nun die gesetzl. Krankenkasse und was nicht oder ist das unterschiedlich?
Über eine Rückmeldung würde icg mich sehr freuen.
Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
Virginia |
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Autor
Dr. Wolfgang H. Koch
Datum
24.02.10 13:10 |
Hallo Virginia,
ein Gentest ist sinnvoll, um die Entzündungsbereitschaft Ihres Zahnfleisches festzustellen. Bei einer hohen Entzündungsbereitschaft ist z.B. eine Prophylaxe in kurzfristigen Abständen zwingend notwendig.
Da es ein neues Gen-Gesetz gibt (Deutsche Bürokratie!), muss der Patient einwilligen, dass die Daten gespeichert werden.
Falls Sie unsicher bezüglich der Aussage Ihres Zahnarztes sein sollten, ist zu empfehlen, eine zweite Meinung einzuholen.
Die Krankenkassen haben alle die gleiche Erstattungspflicht, so dass es keine Unterschiede gibt.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang H. Koch
Dr. med. dent.
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Autor
Dr.Wolfgang Dirlewanger MMSc
Datum
24.02.10 16:04 |
Hallo Virginia,
ein Keimtest ist dann sinnvoll, wenn die Parodontitis ein schweres Ausmaß angenommen hat (aggressive oder schwere chronische Paro).
Ein Gentest kann die Erstellung einer Prognose unterstützen. Es gibt sehr viele Gene; nur die wenigsten sind exakt in ihrer Wichtigkeit bekannt. Die Daten sind der Kasse nicht zugänglich. Ein Nachteil wird Ihnen nicht entstehen. Wenn Sie tiefe vertikale Knocheneinbrüche haben (Zahnarzt fragen!), dann sind sie genetisch sicher belastet - mit oder ohne Test. Interessant ist das Ergebnis des Gentests nur hinsichtlich der weiteren Prognose und wie häufig Sie zur Nachsorge kommen sollen.
Sicher ist, daß bei genetischer Belastung Zähne durch schlechte Ernährung, schlechte Mundhygiene und viel Rauchen schneller verloren gehen. Sie können also bei richtigem Verhalten genetisch vorbelastet sein und trotzdem Ihre Zähne behalten.
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur nach den Richtlinien und die sind hoffnungslos veraltet.
Weiteres lässt sich ohne Kenntnis Ihrer Behandlungsunterlagen nicht sagen.
Gruß
Dirlewanger |
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